Traditionsverein Panzergrenadierbataillon 362

Hauptnavigation:

Die Standorte

In seiner bewegten Geschichte war das Panzergrenadierbataillon 362 an vielen Standorten beheimatet. Diese Standorte wollen wir hier vorstellen. Wenn Sie auf das jeweilige Städtenamen klicken, erreichen Sie eine kurze Beschreibung der Garnisonsstadt. Nicht unerwähnt bleibt die Brigade, der das Bataillon unterstellt war. Auch auf diese Standorte wird eingegangen.


Garnisonen des Bataillons

WALLDÜRN,
bis 1992 Standort des aktiven Panzergrenadierbataillon 362
ab 1993: Tradition und Historie
MELLRICHSTADT,
Standort des Bataillons als Aufwuchsbataillon von 1992 bis 2003
Stammbataillon war das Panzergrenadierbataillon 352, bei dem auch die Kalenderführung lag
Der Standort Mellrichstadt und das Panzergrenadierbataillon 352 werden zum 30.09.2006 aufgelöst!
HAMMELBURG und PIRMASENS,
ehemalige Standorte des eingelagerten Materials und des Großgeräts
OBERVIECHTACH,
Standort des Bataillons von 2003 bis heute

Die Standorte unserer Brigade werden auch auf dieser Seite kurz vorgestellt. Klicken sie dazu bitte auf "Brigade"


WALLDÜRN - Standort, Tradition und Historie

Wappen der Stadt WalldürnDie Stadt Walldürn liegt auf einer Hochfläche von etwa 400 m über dem Meeresspiegel.

Der Ort, zusammen mit Fluren und Wäldern, nimmt eine Fläche von 35,6 qkm ein und erstreckt sich auf einem landschaftlichen Ubergangsgebiet zwischen Odenwald und Bauland.

Die Geschichte Walldürns beginnt mit den Eingliederungen in das Imperium Romanum um die Jahre 50 - 150 n. Chr. Das von Kelten besiedelte Land wurde den römischen Grenzprovinzen Rätien und Obergermanien zugeschlagen. Der Limes, eine gewaltige Granzwehr der Römer gegen germanische Völkerschaften, wie z.B. Alemannen, zog von Walldürn nach Süden bis Aalen. Im Schutze des Walles wurden uns manche Bauten aus der provinzialrömischen Zeit erhalten, so das Kastell "Hönehaus" und einige Wachtürme im Heckenwald ferner das 1896 und 1972 freigelegte und konservierte Römerbad im Gewann "Poppensee", etwa 2 km südöstlich von Walldürn.

Vielleicht ist es an dieser Stelle angebracht, der Geschichte der Namensbildung kurz nachzugehen:

Blick von der Heide auf die StadtDas Jahr 1330 brachte ein Ereignis, das für die weitere Entwicklung Walldürn. weit über seine Grenzen hinaus von größter Bedeutung werden sollte. Während der Eucharistiefeier halle der Geistliche Heinrich Otto das Mißgeschick, den Kelch nach der Wandlung umzustoßen. Sein Inhalt ergoß sich auf das darunter ausgebreitete Tüchlein. Otto Heinrich, wie er auch in der Wallfahrtsgeschichte genannt wird, gewahrte auf dem Korporale elf dornengekrönte Häupter Christi und in ihrer Mitte das ganze Bild des Gekreuzigten. Nach der Messe verbarg er das Tuch unter dem Altarstein. Erst in seiner Sterbestunde gestand er das Geschehen seinem Amtsbruder. Bald setzte ein nicht mehr abreißender Strom von Wallfahrern ein.

Mit der Wallfahrt entstanden bodenständige Gewerbe: das der Kerzenzieher und Wachsmodler, das der Lebküchner und Zuckerbäcker, das der Buchbinder und Rosenkranzkettler, sowie das der Kunstblumen-, Kränze und Sträußchenhersteller.

Aufnahme vom Alten RathausIm Verlaufe vieler Jahre entwickelten sich die meisten Gewerbe zu kleinbetrieblichen Fabriken. Sie boten den Menschen Arbeit und Brot, bis dann vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch andere Betriebe hinzukamen, wie z. B. ein elektrofeinmechanisches Werk. Die Industrialisierung wurde ein wesentlicher Faktor in der Aufwärtsentwicklung der Bevölkerung.

Kriegerische Ereignisse haben im Laufe der Jahrhunderte auch Walldürn nicht verschont. Während des Bauernkrieges zog Ende April 1525 der sogenannte "Helle Haufen", unter Führung des Ritters Götz von Berlichingen, durch das Städtchen, um im Amorbacher Kloster Quartier zu beziehen. Dort biwakierte auch im 30jährigen Krieg ein Kommando der Schweden. Ein Trupp plünderte zweimal von Amorbach aus die hiesige Wallfahrtskirche. Das Korporale wurde von einem Kapuzinerpater in den Wald gerettet.

Hungersnöte bedrängten die Einwohner Walldürns und der umliegenden Orte in jenen Jahren sehr. Im Verlaufe der Napoleonischen Kriege waren 1812/13 Kosaken hier einquartiert. Während des Bruderkrieges 1866 fand inmitten des Städtchens ein Vorpostengefecht zwischen preußischen Husaren und badischen Dragonern statt. Am deutsch-französischen Krieg 1870/71 nahmen über 100 Walldürner teil. Im Ersten Weltkrieg 1914-1918 fielen 69, 6 wurden vermisst; im Zweiten Weltkrieg waren es 180 Gefallene und 48 Vermißte. Ein Bombenangriff im Juli 1944 kostete 12 Einwohnern (darunter Kinder) das Leben.

Mehr über die Stadt Walldürn im Internet: www.wallduern.com


MELLRICHSTADT - Standort von 1993 bis 2003

Wappen der Stadt MellrichstadtMellrichstadt - auf eine über 1200 Jahre alte Stadtgeschichte zurückblickend - ist das Zentrum des Streutales. Die junge Stadt in alten Mauern bietet ihren Gästen und Bürgern ein breitgefächertes Erlebnisangebot in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung und Freizeit. In den über 80 Vereinen kommt auch die Traditionspflege nicht zu kurz. Das Flair einer typisch fränkischen Kleinstadt der Rhön, mit malerischen Winkeln und Gassen und eine herzlich gebotene Gastfreundschaft macht Mellrichstadt noch liebenswerter.

Foto vom Marktplatz MellrichstadtMellrichstadt wird eingerahmt von sechs Stadtteilen: Bahra, Eußenhausen, Frickenhausen, Mühlfeld, Roßrieth und Sondheim im Grabfeld. Jedes für sich ein schmuckes fränkisches Dorf mit besonderer Eigenart.

Mellrichstadt ist eine junge, moderne Stadt in alten Mauern und hat sich zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des Streutals entwickelt.

Der Marktplatz von MellrichstadtGeprägt durch die Vielfalt der Stilrichtungen und Epochen gibt es in Mellrichstadt viele verborgene Reize zu entdecken: Stille Winkel, buntes Treiben, enge Gassen, belebte Plätze - kurzum eine typisch fränkische Kleinstadt in der Rhön. Mellrichstadt bietet seinen Bürgern, Besuchern und Gästen ein breit gefächertes Angebot in den Bereichen Sport, Kultur, Freizeit und Bildung. So stehen ein Hallen- und Wellenfreibad und großer Sonnenwiese, schöne Wanderwege und Rundwanderwege, Radrundwege und Radstreckenwege, Möglichkeiten zum Angeln, Tennisspielen, Segelfliegen und Kegeln, moderne Schießsportanlagen, Sportplätze und eine Dreifachturnhalle bereit. Über die Mellrichstädter Kulturimpulse werden abwechslungsreiche Veranstaltungen im Bereich Kleinkunst angeboten. In vielen Vereinen können die Bürger ihrem Hobby nachgehen bzw. ihre Freizeit attraktiv gestalten. Übernachtungsmöglichkeiten findet der Urlauber im modernen Komforthotel, in gut geführten Gasthöfen und angenehmen Privatzimmern, aber auch in gut eingerichteten Ferienwohnungen. Mellrichstadt bietet eine hohe Lebens- und Wohnqualität mit Kindergärten, Grund-, Haupt-, Real-, Berufs- und Volkshochschule, Gymnasium, sowie ein umfassendes und leistungsgerechtes Gesundheits- und Sozialwesen. Hinzu kommt ein gut sortiertes Angebot in den Bereichen Handel, Handwerk und Gewerbe.

Im Laufe der Zeit hat sich Mellrichstadt auch zum bedeutendsten Wirtschaftsfaktor der Region entwickelt. Innovative Firmen haben hier ihren Sitz. Die A 71 mit direktem Ortsanschluss wird weitere wirtschaftliche Impulse für Mellrichstadt setzen.

Mehr über die Stadt Mellrichstadt: www.rhoen-streutal.de/stadt/stadt.html


HAMMELBURG - Standort Material und Großgerät

Wappen der Stadt HammelburgDas Tal der fränkischen Saale dominiert die Gegend rund um Hammelburg. Im Norden schließt sich die Rhön an, im Westen fällt das Gelände allmählich in die Niederungen des Maintals ab. Hammelburg liegt an der Zugstrecke Gemünden-Bad Kissingen, an der Autobahn A7 (Fulda-Würzburg) sowie an den Bundesstraßen 27 und 287.

Das Kastell, das Hammelburg seinen Namen gabHammelburg wird erstmals am 18. April 716 als "Hamulo Castellum" urkundlich genannt. Das sich zu dieser Zeit in herzoglichem Besitz befindliche Castell lag äußerst verkehrsgünstig am Schnittpunkt ostwestlicher und nordsüdlicher Handels- und Verkehrswege. Als fränkischen Besitz schenkte im Jahre 777 Karl der Große Hammelburg mit seiner gesamten Gemarkung der Stiftung des hl. Bonifatius. Die Martinskirche Hammelburg war schon 741 von Karlmann dem Bistum Würzburg überlassen worden. Kirchlich gesehen gehörte Hammelburg nun zum Bistum Würzburg und besitzrechtlich zum Kloster Fulda.

Hammelburg war wegen seiner Lage an einer Furt der Fränkischen Saale von strategischer Bedeutung. So entstand unmittelbar über dem Saaleufer ein fränkischer Königshof. Im 12. Jh. erbaute Fulda auf der gegenüberliegenden linkssaaligen Höhe zum Schutz Hammelburgs die Burg Saaleck, die besonders zur Kontrolle der von den Hennebergern errichteten Trimburg diente. 1234 gelang es Würzburg, den Hennebergern die Trimburg zu entwinden. Fulda beantwortete dieses Näherrücken des alten Gegners mit der Befestigung Hammelburgs und dem stärkeren Ausbau von Saaleck. Als im Jahr 1303 von König Albrecht die Stadtrechte an Hammelburg verliehen wurden, präsentierte sich der Ort als die türmereichste südlichste Festung Fuldas. Die alte Befestigungsanlage, die mit Mauern und Gräben die Stadt umschloß, hatte 3 Tortürme (Weiher-, Ober- und Niederturm) und 11 Wehrtürme. Aus dieser Zeit sind noch der Hüter-, Mönchs- und Baderturm, ein Teil der südlichen Stadtmauer und der Schloßweiher erhalten.

Der Marktplatz von HammelburgDie Hammelburger Bürger hatten durch Eigeninitiative 1302 mit dem Bau einer Kirche begonnen. Diese Marienkirche am Viehmarkt wurde Symbol bürgerlicher Eigenständigkeit. Den Bau der Pfarrkirche St. Johannes im alten Burgbezirk überließen die Hammelburger den Landesherren. Die Marienkirche fiel der Feuersbrunst von 1854 zum Opfer, die auch weite Teile der Stadt vernichtet hat. Die 1389/1461 erbaute gotische Pfarrkirche gehört heute zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Trotz der fürsorglichen Betreuung von Fulda und Würzburg wechselte Hammelburg sehr früh zur lutherischen Lehre und war erst 1604 durch Androhung der Ausweisung aller Protestanten zum kath. Glauben zurückgekehrt.

120 Hammelburger Familien mußten in diesem Jahr ihre Heimatstadt verlassen. Durch die wenige Jahre später wütende Seuche verlor die Stadt abermals eine große Zahl ihrer Bürger. Von den Verlusten dieser Jahre konnte sich die Stadt erst im 18. Jh. erholen.

Von der Blütezeit des 16. Jh. zeugt noch der 1524/26 von dem Architekten Johannes Schoner begonnene Rathausneubau im Renaissancestil (1529 konnte die erste Ratssitzung darin gehalten werden). Hiervon sind nur noch der seitliche Treppenturm und der Rathauskeller übrig. Das jetzige, nach dem Stadtbrand im neugotischen Stil errichtete, Rathausgebäude wurde am 7.12.1859 bezogen. Der Renaissance-Marktbrunnen, der 1541 vollendet wurde, ist ebenfalls ein Werk des Ratsbaumeisters Schoner.

Das Hammelburger SchlossBis zum Jahre 1803 gehörte Hammelburg zu Fulda. Es kam im Zuge der Säkularisation bis 1806 an Oranien-Naussau. Unter Napoleons Schwager, General Murat, war die Stadt von 1806-1810 unter französischer Verwaltung. 1810 wurde Hammelburg dem neuen Großherzogtum Frankfurt zugeordnet. Nach kurzer österreichischer Zugehörigkeit hat man die Stadt 1816 in den neuen Staat Bayern eingegliedert.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerungszahl der Stadt durch Heimatvertriebene und Flüchtlinge und ab 1956 durch die Bundeswehrorganisation beträchtlich an. Auch die Randgemeinden konnten in jenen Jahren einen großen Bevölkerungszuwachs verbuchen. Die kommunale Neugliederung ließ die Einwohnerzahl Hammelburgs erneut ansteigen. Die ehemaligen Gemeinden Westheim, Pfaffenhausen, Untererthal, Obererthal, Feuerthal, Diebach, Morlesau, Obereschenbach mit Untereschenbach und Gauaschach haben sich der Stadt Hammelburg angegliedert, die somit ca. 12.500 Einwohner zählt.

Die von der Autobahn äußerst günstig zu erreichende urkundlich älteste fränkische Weinstadt ist reich an Attraktionen. Zahlreiche und zum Teil sehr gut erhaltene Baudenkmäler, gemütliche Restaurants, Gasthäu-ser und Hotels, das Sportzentrum mit Frei- und Hallenbad, Tennishalle und -plätze, Großsporthalle, Fußball- und Leichtathletikstadion, der Sonderlandeplatz für Motor- und Segelflug, Erholungsanlagen und gute Wandermöglichkeiten in der abwechslungsreichen Landschaft von Südrhön und Saaletal laden zum Verweil ein. Die Nähe zur Autobahn A7 und der dort ausgewiesene Gewerbepark machen Hammelburg auch als Wirtschaftsstandort interessant.

Mehr über den Standort Hammelburg: www.hammelburg.de


PIRMASENS - Standort: Material und Großgerät

Wappen der Stadt PirmasensDas Maskottchen von Pirmasens: PilouGestatten, mein Name ist Pilou. Ich bin gewissermaßen das Maskottchen von Pirmasens. Aber der Reihe nach: vor einigen Jahren haben die Pirmasenser einen Brunnen samt Stierplastik mitten in ihre Fußgängerzone gestellt. Dieser Stier ist inzwischen zu einer vielbestaunten Sehenswürdigkeit geworden und deshalb haben sich die Pirmasenser entschlossen, ihn "zum Leben zu erwecken". Und voilá - hier bin ich! (Der Name Pilou setzt sich übrigens zusammen aus den Worten "Pirmasens"" und "Filou". Das soll natürlich keine Anspielung sein.)

Aber ich wollte Ihnen ja eigentlich etwas über Pirmasens erzählen. Die Stadt hat knapp 47.000 Einwohner und liegt im Südwesten der Pfalz.

Die "Bärmesenser" wurden 820 erstmals urkundlich erwähnt. Die heutige Stadt war damals ein ziemlich beschauliches Dorf, woran sich in den folgenden paar hundert Jahren auch nichts wesentliches ändern sollte. Interessant wird´s im 18. Jahrhundert. Da erschien nämlich Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt auf der Bildfläche und mit ihm eine komplette Grenadiergarnison. Dem Landgrafen gefiel es in Pirmasens dermaßen gut, dass er den Ort zu seiner Residenz machte und ihm 1763 die Stadtrechte verlieh. Übrigens war der alte Landgraf ein früher Pazifist, denn statt in den Krieg schickte er seine Soldaten lieber zum Exerzieren. Leider teilten die Nachfolger Ludwigs dessen Leidenschaft für umhermarschierende Grenadiere nicht und die Garnison wurde nach dem Tod des Landgrafen 1790 aufgelöst.Landgraf Ludwig IX.

Symbol für die SchumetropoleDa es im 18. Jahrhundert noch kein Konversionsprogramm gab, mussten die arbeitslos gewordenen Soldaten Mittel und Wege finden, sich über Wasser zu halten. Kurzerhand machten Sie aus den Überresten ihrer Uniformen "Schlabbe", einfache Schuhe, die den Pirmasensern den Spitznamen "Schlabbeflicker" eintrugen. Ihre Frauen zogen los, um diese "Schlabbe made in Bärmesens" in nah und fern zu verkaufen. Mit der Zeit entwickelte sich eine beachtliche Schuhindustrie und die Pirmasenser nannten ihre Stadt fortan stolz Deutsche Schuhmetropole.

Ich langweile Sie doch hoffentlich nicht? Nein?! Also weiter: nach dem zweiten Weltkrieg krempelten die Pirmasenser die Ärmel hoch und bauten ihre völlig zerstörte Stadt neu auf. In den folgenden Jahrzehnten entstanden das Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhherstellung, die internationale Pirmasenser Messe, übrigens das größte Messegelände in Rheinland-Pfalz, die Fachhochschule und viele andere Einrichtungen. Mit der Zeit eroberten sich die Zulieferer der Schuhindustrie neue Märkte, zum Beispiel in der Kunststoff- und Chemieindustrie.

Symbole der Fröhlichkeit: volle BiergläserDie Pirmasenser feiern übrigens auch gerne. Jedes Jahr finden eine Menge Feste statt, von denen ich Ihnen nur einige wenige vorstellen kann. Der Veranstaltungsreigen beginnt mit dem Maimarkt, ihm folgt im Juni das traditionelle Schlabbeflickerfest, das größte Volksfest in Pirmasens. Im September folgen gleich zwei Veranstaltungen, nämlich der Grenadiermarkt und das Exe-Fest.

Der"EXE" - ein Treffpunkt in Pirmasens"EXE", so nennen die Pirmasenser den Exerzierplatz, auf dem zu Zeiten des Landgrafen besagte Grenadiere aufmarschierten. Dieser Exe wurde neu 1995 feierlich eingeweiht. Und weil die Pirmasenser - habe ich das schon mal erwähnt? - gerne feiern, heißt es nun jedes Jahr im September: "Uff´m Exe geht´s rund", verkaufsoffener Sonntag inklusive. Das Jahr wird abgeschlossen mit dem "Belznickelmarkt", einem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.

Doch auch wenn in Pirmasens gerade mal kein Fest stattfindet lohnt sich ein Besuch in der Stadt allemal. Zu sehen gibt es den bereits erwähnten Exe und die attraktive Fußgängerzone. Im deren Zentrum befindet sich der imposante Schloßbrunnen, auf dessen höchstem Punkt die Stierplastik thront. Direkt gegenüber finden Sie das Alte Rathaus mit Bürkel-Galerie, Heimatmuseum, Scherenschnittkabinett und - natürlich - dem Schuhmuseum. Warum kommen Sie nicht einmal persönlich nach Pirmasens und sehen sich ein wenig um?

Mehr über den Standort Pirmasens: www.pirmasens.de


OBERVIECHTACH - Standort seit 2003

Wappen der Stadt OberviechtachIm Oberpfälzer Wald, nahe an der Grenze zu Tschechien gelegen, ist der staatlich anerkannte Erholungsort Oberviechtach der ideale Ferienort für den beschaulichen Urlaub. Oberviechtach ist ein liebenswerter Flecken mit einer 1000jährigen Geschichte in einer herrlichen Landschaft, die zum Verweilen einlädt und auch Gelegenheit für das berufliche Weiterkommen bietet.

Historisches

Die Entwicklung Oberviechtachs in Jahreszahlen

Um 970:
Nach nicht beweisbaren Vermutungen soll Oberviechtach damals aus sieben Höfen bestanden haben, nämlich Ödgünzelsried, Ödkornhäusl, Schlüsselhof, Kehrbrunnen, Wutzlhof, Hahnau und Pregelgarten.
1130:
Möglicherweise erste urkundliche Erwähnung. Verschiedene Schreibweisen waren später nebeneinander üblich: Vietach, Viechtach, Vitahe oder Fichtag. Der Zusatz "Ober-" wurde erst in der Neuzeit zur Unterscheidung von Viechtach in Niederbayern verwendet.
Um 1150:
Bau der St.-Ägidius-Kirche in Hof; vermutlich die erste Kirche in Raum Oberviechtach.
1237:
Erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrers; folglich muß auch schon eine Kirche existiert haben.
1270:
"Viechtach" gehört den Grafen Ortenburg-Murach auf Haus Murach.
1283:
Nach einem alten Salbuch zählt Viechtach 41 Hofstellen und einige hundert Einwohner.
1329:
Durch den Hausvertrag von Pavia ergeben sich wesentliche Besitzveränderungen: Viechtach gelangt an die Pfalzgrafen Ruprecht I. und II., Neffen Kaiser Ludwigs des Bayern. Die alten Gebiete des Nordgaus werden im Gegensatz zu der "Unteren Pfalz" die "Obere Pfalz" genannt.
05.05.1337:
Herolde und historische Gebäude aus  Oberviechtach (Zeichnung)Viechtach werden durch Privilegienbrief der Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. Marktrechte - wie den Nabburgern und Neunburgern - verliehen. Das Selbstverwaltungsrecht tritt ein, Märkte dürfen abgehalten werden, der Ort ist zu befestigen (Mauern, Türme, Gräben). Der Ort hatte zu jener Zeit vier Bürgermeister; jeder durfte ein Vierteljahr regieren. Alljährlich zu Michaeli (29. September) wurde neu gewählt. Ferner wurde ein aus acht gewählten Männern bestehender "Innerer Rat" sowie ein "Äußerer Rat" bestellt; beide entsprachen heutigen Ausschüssen. Dem ersten Privilegienbrief vom 05.05.1337 folgen bis 1681 weitere 22 (sowie zwei Schenkungsurkunden), mit denen die Viechtacher sich vom jeweiligen Landesherrn im wesentlichen ihre Rechte neu bestätigen lassen.
14. Jh.:
Erstes Siegel: im Dreieckschild eine Fichte mit Früchten (Zapfen); bis heute als Wappen der Stadt fortgeführt (jedoch ohne Früchte).
1406:
Pfalzgraf Johann erläßt durch einen Privilegienbrief dem Ort auf die Dauer von 10 Jahren die Abführung von Steuern mit der Auflage, dieses Geld, und zusätzlich den gleichen Betrag aus eigenen Mitteln, für die noch nicht fertiggestellte Befestigung zu verwenden.
1422:
Hussiten zerstören und brandmarken den Ort.
1432:
Hussiten verwüsten Viechtach ein zweites Mal. Für den Wiederaufbau werden sechs Jahre lang abermals die Steuern erlassen.
1437:
Da der Wiederaufbau nicht in der vom Landesherrn gewünschten Schnelligkeit vonstatten geht, werden durch Pfalzgraf Otto (als Vormund des Pfalzgrafen Ludwig) für die Dauer der Vormundschaft weiterhin die Steuern erlassen. "Sie sollen damit für ihre Unterkunft und Ernährung selbst sorgen", heißt es wörtlich im Privilegienbrief vom 11.06.1437.
1477:
Aus dem Privilegienbrief vom "Samstag nach dem 2. Sonntag nach Ostern aus dem Jahre 1477" geht hervor, dass die Befestigung des Ortes wieder steht und diese durch Philipp, Pfalzgraf bei Rhein gewährleistet wird.
1544:
Mit dem 10. Privilegienbrief werden Viechtach durch Friedrich II. den Weisen die bisher gewährten Rechte und Gewährleistungen bestätigt.

Der vorstehende geschichtliche Abriss entstammt dem aktuellen Stadtführer. Aber nicht nur das "Alte" wird im Stadtführer aufgelistet, auch die jetzige Situation kommt nicht zu kurz.

Mehr über den Standort Oberviechtach: www.oberviechtach.de


Die Garnisonen der Brigade

BAD MERGENTHEIM,
bis 1993 Panzerbrigade 36
diese war unterstellt der 12. Panzerdivision in Veitshöchheim
VEITSHÖCHHEIM
1993 bis 2001: Panzerbrigade 36
diese war unterstellt der 1. Gebirgsdivision in Mümchen
2001 bis 2002: Panzerbrigade 36
diese war unterstellt der 10. Panzerdivision in Sigmaringen
ELLWANGEN,
2002 bis 2003: Panzergrenadierbrigade 30
diese war unterstellt der 10. Panzerdivision in Sigmaringen
AMBERG
2003 bis heute: Panzerbrigade 12
diese ist unterstellt der 13. Panzergrenadierdivisin in Leipzig
voraussichtlich ab 2007: Panzerbrigade 12
diese wird unterstellt der 10. Panzergrenadierdivision in Sigmaringen

BAD MERGENTHEIM - Panzerbrigade 36 bis 1993

Wappen der Stadt Bad MergentheimGeographisch reizvoll, eingebettet in den großartigen Rahmen der Hohenloher Landschaft, liegt im Mittleren Taubertal die Große Kreisstadt Bad Mergentheim.

Bild der Burgstraße um 1820Das Gebiet um Bad Mergentheim ist uraltes Siedlungsgebiet. Funde aus der Jungstein-, Bronze- und Eisenzeit belegen dies. Kelten, Alemannen und Franken haben hier gesiedelt. Urkundlich wird der Name Mergentheim erstmals 1058 als "Grafschaft Merginthaim im Taubergau" erwähnt. Seit Ende des 12. Jahrhunderts war der Johanniterorden in Mergentheim ansässig. Im 13. Jahrhundert kamen der Deutsche Orden und der Dominikanerorden nach Mergentheim.

Durch die Tätigkeit der drei Orden gewann Mergentheim an Bedeutung. Der ursprüngliche, fast rein bäuerliche Charakter der Bevölkerung weitete sich zur handwerklichen und gewerblichen Tätigkeit. Aus Mergentheim wurde ein beachtlicher Marktflecken, der am 2. Juli 1340 von Kaiser Ludwig dem Bayer zur Stadt erhoben wurde.

Bild des Zwillingshauses in Bad mergentheimAls 1525 die Bauern die Burg Horneck, die bisherige Residenz des Deutschmeisters zerstörten, wurde die Kommende Mergentheim neuer Sitz des Deutschmeisters. Zwei Jahre später, nach dem Verlust des preußischen Ordenslandes, amtierte der Deutschmeister auch als "Administrator des Hochmeisters in Preußen". Damit wurde Mergentheim Residenz des Hoch- und Deutschmeisters. In den folgenden Jahrhunderten entfaltete der Orden eine reiche Bautätigkeit in der Stadt.

Im Jahre 1809 fand die Residenzherrlichkeit ein jähes Ende. Durch Befehl Napoleons wurde das Ordensgebiet Mergentheim mit der Krone Württembergs vereinigt. Mergentheim wurde Württembergische Oberamtsstadt, sank aber zu einem unbedeutenden Landstädtchen ab. Die Bevölkerung ging auf 3.000 Einwohner zurück.

Wiederentdeckung der Heilquellen

Bild des Quellenhäuschen in Bad MergentheimGesicherten Erkenntnissen nach waren die Bittersalzquellen schon in der Bronzezeit bekannt. Durch Naturereignisse wurden die Quellen verschüttet und fielen für 3.000 Jahre der Vergessenheit anheim. Es war am 13. Oktober 1826, als der Schäfer des Johanniterhofes, Franz Gehrig, seine Herde rechts der Tauber weidete. Da bemerkte er, daß sich seine Schafe um eine Sickerstelle drängten. Vorsichtig kostete der Schäfer von dem Wasser - es schmeckte bitter und salzig. Gehrig meldete seinen Fund beim Stadtschultheißen Kober auf dem Rathaus. Dieser besichtigte noch am selben Tag mit Stadträten und dem Oberamtsarzt Christan Friedrich Bauer die Quelle. Sie benachrichtigten das Oberamt und veranlaßten die ersten Untersuchungen. Das Gutachten ergab, daß das Wasser mit dem damals schon berühmten Kissinger Wasser vergleichbar sei.

Am 23. Juni 1829 begann die erste Mergentheimer Kursaison. Aus bescheidensten Anfängen heraus entwickelte sich im Laufe der Zeit der Kurbetrieb, der die Stadt mehr und mehr prägte. Zur Hundert-Jahr-Feier der Quellentdeckung erhielt die Stadt am 2. August 1926 das Prädikat "Bad"; von da an lautete ihre amtliche Bezeichnung "Bad Mergentheim". Der Ausbruch des II. Weltkrieges brachte für den Kurbetrieb einen gewaltigen Rückschlag. Bad Mergentheim wurde Lazarettstadt. Diesem Umstand hat es Bad Mergentheim aber auch zu verdanken, daß es bei den schweren Kämpfen im Taubertal von Beschuß und Fliegerangriffen fast ganz verschont blieb. Bei Kriegsende wurden alle Hotels, Kurpensionen und viele Privathäuser beschlagnahmt.

Erst 1953 wurde nach zähen Verhandlungen ihre Freigabe erreicht. In der Folgezeit konnte die Kur- und Badestadt einen anhaltenden Aufschwung und einen stetigen Anstieg der Kurgastzahlen verzeichnen. Ein Gipfelpunkt wurde mit ca. 1,4 Millionen Übernachtungen bei 6.000 Gästebetten im Jahre 1972 erreicht. Danach erfolgten wegen allgemeiner Rezession Rückgänge bei den Gäste- und Übernachtungszahlen. Obwohl sich in der Folgezeit die Rahmenbedingungen aufgrund weiterer gesetzgeberischer Restriktionen (Gesundheitsreform) verschlechterten, konnte die Badestadt ihre Position als "Übernachtungsmillionärin" wieder von 1987 bis 1995 behaupten. Mit über 100.000 Gästen und über 900.000 Übernachtungen im Jahr 2001 kommt Bad Mergentheim nach wie vor der Rang des größten Heilbades in Baden-Württemberg zu.

In Bad Mergentheim werden vorwiegend Stoffwechselstörungen behandelt. Die Heilanzeigen der Kur sind: Krankheiten der Gallenblase und der Gallenwege, der Leber, der Bauspeicheldrüse, des Magens und Darmes, Diabetes, Übergewicht, Verstopfung, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sowie Hautkrankheiten. Den Heilungsuchenden stehen fünf Mineralquellen zur Verfügung. Die Kuren werden nach ärztlicher Verordnung als Trink- oder Badekur durchgeführt. Unterstützend werden physikalische Maßnahmen wie Bäder, Fangopackungen und Massagen angewandt.

Kurzer Einblick in Bad Mergentheims Geschichte

Berühmte Mergentheimer

Berühmtheiten in Bad Mergentheim (Auszug)

Mehr über den Standort Bad Mergentheim: www.bad-mergentheim.de


VEITSHÖCHHEIM - Brigade 36 von 1993 bis 2002

Geschichtlicher Überblick (Auszug)

Mehr über den Standort Veitshöchheim: www.veitshoechheim.de


ELLWANGEN - Standort des Bataillons von 2003 bis heute

Die Anfänge von Siedlung und Kloster Ellwangen

Wappen der Stadt EllwangenIm 7. Jhdt. entstand vermutlich im Bereich der heutigen Priestergasse am Hang zum Stelzenbach hin eine alamannische Siedlung, die den Namen von diesem abschüssigen Wiesenhang oder als "Siedlung beim Weideland des Alaho" erhielt. Neben dieser Siedlung gründete Hariolf und sein Bruder Erlolf, Bischof von Langres, 764 ein Benediktinerkloster. Die Brüder entstammten einer bayerisch-alamannischen Adelsfamilie. Diese Familie war an einer Reihe von Klostergründungen im bayerisch - alamannischen - fränkischen Raum beteiligt, so z.B. in Schäftlarn, Murrhardt und Neumünster. Wenige Jahre nach der Gründung musste die Familie ihr Eigenkloster Ellwangen dem fränkischen König Karl d. Gr. übertragen. Damit wurde Ellwangen Königskloster. Aufgrund dieser Stellung begann das Kloster rasch zu blühen und hat seinen Besitz durch kgl . Schenkungen und Rodungssiedlungen rasch erweitern können, denn schon zu Beginn des 9. Jhdts. hat der Konvent über 100 Mönche umfasst. Das 817 unter den Reichsklöstern genannte Ellwangen musste 981 dem deutschen König 30 Panzerreiter kostenfrei für die Italienzüge zur Verfügung stellen. Als sich zu Beginn des 12. Jhdts. Abt Helmerich und der Ellwanger Konvent zerstritten, wobei der eigentliche Grund vermutlich in der Öffnung des Klosters für die Hirsauer Reformbewegung lag, führte der Konvent auch gegen seinen Abt an, dass dieser Laien erlaubt habe, an der südlichen Klostermauer zu siedeln und damit den klösterlichen Frieden zu stören. Obwohl Abt Helmerich resignieren musste, konnte der Konvent die Laien aber nicht mehr aus dem Klosterbereich vertreiben.

Kloster und Stadt im 12./13. Jhdt.

Kreuzgang in der Stiftskirche Sankt VeitMit der Übernahme der Hirsauer Reform wurde um die Mitte des 12. Jhdts. nach dem Klosterbrand von 1124 der Klosterkomplex neu errichtet und dabei anscheinend die Wohngebäude des Konvents an ihre heutige Stelle im Norden der Klosterkirche verlegt. Südlich der Klosterkirche begann sich aus dem Wohnbereich der Laien eine Stadt zu entwickeln. Diese erscheint erstmals 1182 als "civitas" in der Geschichtsschreibung des Klosters, wird aber erst 1229 als solche urkundlich greifbar. Stadtherr war der Abt. Ob die überlieferten Zerstörungen der Stadt 1201 und 1253 durch die Äbte ein weitergehendes Streben der Bürger nach Selbstverwaltung bezeugen, ist zu bezweifeln. Es ist den Bürgern nicht gelungen, sich aus der Herrschaft des Klosters zu lösen. Die Mitglieder des Stadtgerichts und die höchsten Ämter der Stadtverwaltung wurden unmittelbar vom Abt ernannt.

Nach einem neuerlichen Klosterbrand von 1182 wurde die spätromanische Klosterkirche, das Wahrzeichen der Stadt Ellwangen, zwischen 1182 und 1233 unter dem Einfluss der Wormser Dombauschule errichtet. Sie gilt heute als das "vielleicht wichtigste Baudenkmal der schwäbischen Kaiserzeit im Stammlande" (Gradmann) und als die "bedeutendste romanische Hallenkirche Süddeutschlands" (Dehio). In der Bauzeit der Klosterkirche war insbesondere Abt Kuno (1188-1221), ein enger Mitarbeiter des staufischen Kaisers Friedrich II., für die weitere Entwicklung des Klosters bedeutsam. Er wurde schon 1215 als Reichsfürst genannt. Er war auch zeitweilig in Personalunion Abt im Kloster Fulda. Bereits unter seinen Nachfolgern begann der langsame Abstieg des Reichsklosters.

Benediktinerkloster und Chorherrenstift

Nach einer fast 200-jährigen Phase des Niederganges wurde das durch die adeligen Mönche nicht reformierbare Benediktinerkloster 1460 mit Genehmigung des Apostolischen Stuhles in ein Chorherrenstift mit einem Fürstpropst an der Spitze und zwölf Chorherren umgewandelt. Die Umwandlung hat auch zur wirtschaftlichen Konsolidierung der Fürstpropstei Ellwangen beigetragen. Da der Konvent bereits in den letzten Jahren der klösterlichen Zeit das gemeinsame Leben in den Konventsräumen aufgegeben hatte, entstanden im engeren Umkreis um das Kloster eine Reihe von Stiftsherrenhäusern, die das Bild der Innenstadt bis in die Gegenwart prägen. Die rasche wirtschaftliche Konsolidierung ließ auch den Kreuzgang mit der Liebfrauenkapelle, die Wolfgangskirche vor der Stadt und die Eichkapelle entstehen. Die nicht erfolgte Reform des Klosters war aber wohl auch dafür verantwortlich, dass kein gotischer Neubau der Klosterkirche wie in zahlreichen anderen Klöstern Süddeutschlands erfolgte.

StiftskircheDie wirtschaftliche und religiöse Stärkung des Chorherrenstiftes ließ Versuche einzelner Geistlicher scheitern, im Zuge des Bauernkrieges 1525 in Ellwangen die Reformation einzuführen. Dennoch wurden einige Bürger in der Stadt evangelisch. Fürstpropst Kardinal Otto von Waldburg, der auch Bischof von Augsburg war, rekatholisierte Stadt und Fürstpropstei.

Im Übergang vom 16. zum 17. Jhdt. fanden auch in Ellwangen wie in anderen evangelischen und katholischen Gebieten Hexenverfolgungen statt. In dem bald darauf ausbrechendem 30-jährigen Krieg hatte die Stadt und das Stift ebenfalls zu leiden. Nicht nur Seuchen haben 1626 und 1635 zu überproportionalen Todesfällen in der Stadt geführt, sondern auch die seit 1632 in der Stadt als Besatzung liegenden Schweden haben die Bürger stark belastet. Der Fürstpropst musste über Jahre hinweg aus seiner Residenz fliehen und konnte erst nach der Schlacht von Nördlingen 1634 in diese zurückkehren. Sie war zwischen 1603 und 1608 aus der mittelalterlichen Burg oberhalb der Stadt zum Residenzschloss umgebaut worden.

Bereits Kardinal Otto von Waldburg hatte die Jesuiten wiederholt nach Ellwangen eingeladen und seit 1611 hatten diese eine ständige Niederlassung in der Stadt, die immer mehr erweitert wurde. Sie haben mit ihren Bauten und ihrer religiösen und kulturellen Aufbauarbeit die Entwicklung Ellwangens entscheidend beeinflusst. So geht nicht nur die Wallfahrt auf dem Schönenberg mit der dortigen Wallfahrtskirche, sondern auch das Gymnasium in der Stadt auf sie zurück. Der zu ihnen gehörende P. Philipp Jeningen (1642-1704) wird noch heute in der Liebfrauenkirche verehrt.

Hexenverfolgungen in Ellwangen

Eine Erläuterung von Hans Pfeifer (Entnommen aus der Publikation: 'Ellwangen - Kunst und Geschichte aus 1250 Jahren. Ulm 2000, S. 50-52)

Bild rechts: Sieger Köder - HexenverfolgungBild: Darstellung der Hexenverfolgung Düstere Erinnerungen rufen die Hexenverfolgungen Ende des 16. und im 17. Jahrhundert wach. Der Glaube an die Hexen war in jener Zeit überall verbreitet. Ausgelöst wurde die Hysterie offenbar durch das häufige Auftreten von Krankheiten, Seuchen, Unwettern und Mißernten, die durch Klimaverschlechterung verursacht wurden. Zwar war es in Ellwangen schon 1588 zu Hinrichtungen von Hexen gekommen. Die großen Hexenverfolgungen hier knüpfen sich hauptsächlich an die Namen der Fürstpröpste Johann Christoph I. von Westerstetten (1603-1613) und Johann Christoph II. von Freyberg und Eisenberg (1613-1620 ).

Die Anklagen lauteten meist auf Verleugnung Gottes und der Heiligen, Entweihung der hl. Sakraments, Unzucht mit dem Teufel, Entfachung von Viehseuchen und Unwetter, Mischen von Giften und Herstellen von Hexensalbe. Zur Befragung der Hexen hatte der Kanzler Dr. Carl Kibler ein Formular mit 30 Fragen zusammengestellt. Wichtigstes Mittel der Beweisaufnahme war die Selbstbezichtigung und die unter den Qualen der Folter erzwungenen Geständnisse. Viele Hexen wurden aufgrund von Denunziationen verfolgt. Durch die Folter wiederum hat man die Hexen nach Mithexen befragt; diese Aussagen, man nennt es »Besagungen«, ließen die Zahlen sprunghaft ansteigen, denn die Genannten wurden in »Besagungsbüchern« festgehalten, und Ellwangen hat sie unaufgefordert den Nachbarherrschaften zur Verfügung gestellt. Das Urteil lautete meist auf Verbrennung der lebenden Hexe. Der Fürstpropst, der das Begnadigungsrecht hatte, wandelte es häufig ab auf Hinrichtung mit dem Schwert oder Strang und Verbrennung des Leichnams. Diese Form galt damals' als "mildes" Urteil.

Die Hexenprozesse wurden in Ellwangen in den Jahren 1588 und 1611-1618 durchgeführt; 1622 und 1627 gab es nochmals zwei Todesurteile, dann hörte der Schrecken in der Stadt auf. Die furchtbarsten Jahre waren 1611-1613. In dieser Zeit wurden über 300 Menschen verbrannt. Allein von Mai bis Dezember 1611 fanden an 17 Tagen 125 bis 130 Hinrichtungen statt. Insgesamt sind 1588 und 1611 bis 1618 450 Menschen, 350 Frauen und 100 Männer, hingerichtet worden. Rund 65 Prozent der Opfer stammten aus der Stadt, die damals etwa 1600 Einwohner zählte; die übrigen kamen aus umliegenden Ortschaften der Fürstpropstei. Bisweilen wurden aus einer Familie mehrere Personen verbrannt. Viele Kinder wurden zu Halb- und Vollwaisen. Während anfangs fast nur Frauen der Hexerei bezichtigt wurden, stieg der Anteil der Männer von Jahr zu Jahr und betrug 1613-1618 rund ein Drittel. Aber auch Amtspersonen und Geistliche wurden nicht verschont. So wurden in Ellwangen zwei Richter und 1615 auch drei Geistliche und ein Organist hingerichtet. Personen geradezu jeden Alters, Geschlechts und Standes wurden Opfer der grausamen Verfolgung.

Mahnmal im GalgenwaldÜber das unermeßliche menschliche Leid hinaus hatte die Hexenverfolgung eine weitreichende demographische Veränderung in der Einwohnerschaft zur Folge, sie mußte auch zu wirtschaftlichen und finanziellen Problemen führen; vor allem aber hat sie jedes gesellschaftstragende Vertrauen zerstört.

Es gab schon damals zeitgenössische Stimmen, die auf die katastrophalen Auswirkungen hingewiesen haben. In Ellwangen hatten die Jesuiten die Aufgabe, als Beichtväter die unglücklichen Opfer zu betreuen. Einer von ihnen, Pater Johann Finkh schreibt am 13. September 1613 in einem Bericht, seit 1611 seien schon 303 Hexen verbrannt worden. Dann fährt er fort: »Ich sehe nicht, wohin das führen soll und wie dies enden wird. Denn dieses Übel hat so überhand genommen und hat wie die Pest so viele angesteckt, daß nach Jahren, wenn der Magistrat weiterhin sein Amt so ausübt, die Stadt elend veröden wird«.

Die Ellwanger Verfolgungspraktiken wurden über die Grenzen der Fürstpropstei hinaus bekannt. Interessant ist, daß in dem im Jahre 1615 gegen die Mutter des Astronomen Johann Kepler in Weil der Stadt angestrengten Hexenprozeß einer der Ankläger aussagte, bei den Hexen seien Beweise nicht notwendig, weil die Verbrechen derselben im verborgenen geübt würden; im Ellwangischen seien »mehr als 100 Hexen verbrannt worden, ohne daß die Beschuldigungen bewiesen worden seien«. Sicherlich gab es damals fast überall in Süddeutschland Hexenprozesse. Aber die Zahl der Opfer wie die zeitweilige Intensität der Verfahrensführung waren in Ellwangen offenbar doch über das hinausgegangen, was man anderwärts beobachtete. Ellwangen war wegen seiner Hexenverfolgung in einen schlechten Ruf geraten und wurde gemieden, wie der damalige Plan zur Errichtung eines Jesuitengymnasiums erkennen läßt. Nur in den Prozeßserien der fränkischen Hochstifte Bamberg, Würzburg und Eichstätt sowie in der Deutschordenskommende Mergentheim Mahnmal im Galgenwald lassen sich ähnliche Verfolgungsformen nachweisen wie in der Fürstpropstei Ellwangen.

Mahnmal im Galgenwald: Als Folge des Sturms Wiebke wurden im Jahr 1991 die Fundamentreste des ehemaligen Galgens im gleichnamigen Galgenwald wieder sichtbar und archäologisch untersucht. Dabei wurden auch die sterblichen Überreste von acht Hingerichteten gefunden.

Im Jahr 2001 wurde von der kath. Kirchengemeinde St. Vitus zur Erinnerung an die Hingerichteten der Hexenprozesse ein Mahnmal in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Richtstätte erstellt (s. Abbildung). Die Gestaltung übernahm hierfür der bekannte Künstlerpfarrer Sieger Köder. Das Mahnmal ist in einen ca. 10 minütigen Fußmarsch vom Parkplatz der Rundsporthalle/Berliner Straße erreichbar.

Die barocke Residenz

Mit der Wahl von Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg (1689-1694) zum Fürstpropsten kamen nachgeborene Söhne bedeutender Adelsfamilien des alten Reiches auf den Stuhl des Ellwanger Fürstpropsten. Insbesondere unter Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694-1732) und Franz Georg von Schönborn (1732-1756), die auch Erzbischöfe in Mainz und Trier waren, wurde die Stadt Ellwangen zu einer barocken Residenz umgebaut. Auch das Innere der romanischen Stiftskirche wurde 1737-1740 barockisiert. Ellwangen und die Fürstpropstei haben die Regierungszeiten dieser Regenten einerseits in Verbindung mit weitreichenden geistigen und kulturellen Strömungen des alten Reiches gebracht, andererseits war Ellwangen seit 1689 eine Art Nebenresidenz und hat daher im späten 17. und vor allem im 18. Jhdt. nur einen relativ maßvollen Ausbau als Residenz erfahren. Nachdem die Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg als Auftakt dieser Maßnahmen 1682 errichtet worden war, folgte 1688 das Palais Adelmann und 1699-1702 der Neubau des Spitals. Zwischen 1720 und 1729 wurde durch die Jesuiten die heutige evangelische Stadtkirche, das Kollegium und Gymnasium im Westen der Stiftskirche errichtet. 1720-1727 wurde das Schloss ob Ellwangen umgebaut und mit dem Zeitgeschmack entsprechenden Residenzräumen ausgestattet. Abschließend entstand auf dem Marktplatz 1748-1750 das Stiftsrathaus, während das Spital zwischen 1749 und 1753 umgebaut und erweitert und hinter der Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg 1749-1757 das Priesterseminar gebaut wurde.

Obwohl die barocken Baumaßnahmen Baumeister und Künstler von außerhalb der Stadt nach Ellwangen gezogen hatte, wurde ein großer Teil der künstlerischen und handwerklichen Leistungen in dieser Zeit durch Meister aus Handwerkerfamilien der Stadt geleistet. Beispielhaft ist hier der Bildhauer, Stuckateur und Elfenbeinschnitzer Melchior Paulus (1669-1745) zu nennen, der weit über Ellwangen hinaus bekannt war und auch gearbeitet hat. Insbesondere das Wachstum der handwerklichen Tätigkeit in der Stadt zwischen dem 17. und 18. Jhdt. hat dieser eine weitreichende Bedeutung für die Umgebung gegeben.

Die Säkularisation und das 19. Jhdt.

MarktüplatzDie Säkularisation von 1802/1803 bedeutete den größten Einschnitt in der Geschichte der Stadt und der Fürstpropstei. Das bislang selbständige geistliche Territorium wurde 1802 durch württembergisches Militär besetzt und dem Herzogtum, späterem Königreich Württemberg angeschlossen. Der neue württembergische Landesherr gab Ellwangen 1803 wegen seiner Schwierigkeiten mit den Landständen in Altwürttemberg den Status einer Residenz für die neuwürttembergischen Landesteile. Im Zusammenhang damit entstanden in Ellwangen die entsprechenden Behörden. Die Stadt behielt diese Stellung bis 1806 im Zusammenhang mit der Erhebung Württembergs zum Königreich die alt- und neuwürttembergischen Landesteile vereinigt wurden. Ellwangen wurde 1811 vom König Friedrich mit dem Titel einer "guten Stadt" des Königreichs entschädigt, der aber erst im Zusammenhang mit der neuen Organisation Württembergs 1817/1818 der Stadt das Recht gewährte, neben dem Oberamt einen eigenen Abgeordneten für den Landtag zu wählen. 1812 wurde in Ellwangen auch das Generalvikariat für die katholischen Einwohner Württembergs errichtet, das zum Vorläufer des späteren katholischen Bistums im Lande wurde. Neben dem Generalvikariat wurde auch ein Priesterseminar und eine theologische Universität eingerichtet. 1817 wurde das Generalvikariat und das Priesterseminar nach Rottenburg am Neckar verlegt, die Hochschule als katholisch-theologische Fakultät an die Universität Tübingen. Mit dem Anschluss Ellwangens an Württemberg wurde 1803 das Oberamt Ellwangen eingerichtet. Über verschiedene Vorgängerbehörden entwickelte sich auch die durch König Wilhelm I. in der Landesorganisation von 1817 geschaffene Kreisregierung für den Jagstkreis, die in ihrer Aufgabenstellung weitgehend einem heutigen Regierungspräsidium entsprach. Im Zusammenhang mit der neuen Organisation des Landes entstand auch das Landgericht Ellwangen. Im Zuge der weiteren Entwicklung der Gerichtsbehörden im 19. Jhdt. traten neben dasselbe das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft. Bereits im 19. Jhdt. hatte die Stadt durch die Säkularisierung und die Umgestaltung der Verwaltungsbehörden entscheidend an bisheriger Bedeutung verloren.

Ellwangen in der ersten Hälfte des 20. Jhdts.

Das Rathaus in EllwangenDer Bedeutungsverlust der Stadt setzte sich nach den politischen Veränderungen in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg fort. Als erstes wurde 1924 im Zuge der Auflösung der Kreisregierungen im Lande die Kreisregierung für den Jagstkreis aufgelöst. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1938 wurde durch den Einfluss des damaligen Ellwanger Bürgermeisters und Kreisleiters der NSDAP Aalen zum Sitz des neuen Landkreise Aalen, dem der Landkreis (früher Oberamt) Ellwangen angegliedert wurde. Dieser Vorgang wird im Zusammenhang mit dem seit 1933 in Ellwangen hart durchgeführten Kirchenkampf in Zusammenhang gebracht. Seit 1934 war in Ellwangen eine SS-Einheit stationiert, die insbesondere in der Anfangszeit sich nicht scheute, mit der katholischen Bevölkerung heftige, stark verletzende und zahlreiche Auseinandersetzungen vom Zaune zu brechen. Später wurde dieser Kampf vom Ellwanger Bürgermeister und Kreisleiter maßgeblich fortgeführt. Die von der SS-Einheit und weiteren NS-Vertretern im April 1945 betriebene Verteidigung der Stadt gegen die amerikanischen Truppen hat diese zeitweise in große Gefahr gebracht. Obwohl die Stadt letztlich vor einer weitgehenden Zerstörung, wie sie Städte in der näheren Umgebung erfuhren, verschont blieb, gingen durch Artelleriebeschuß doch insgesamt 22 Gebäude in Flammen auf. Die katholische Bevölkerung hat durch Dankgottesdienste und Prozessionen nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder der Rettung der Stadt vor der Zerstörung durch amerikanische Bomber wegen eines plötzlich aufziehenden Gewitters gedacht.

Ellwangen in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts.

Die Entwicklungen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben der Stadt neue Impulse gegeben. Die Bevölkerung war durch Heimatvertreibene und Flüchtlinge zwischen 1945 und 1950 von ca. 9000 auf 12000 gewachsen. Diese Entwicklung forderte nicht nur den Bau von Wohnhäusern, sondern auch die Ansiedlung von neuen Gewerben und Industrie. Die kleine Gemarkung der Stadt hat die wirtschaftliche Entwicklung Ellwangens in den 50er und 60er Jahren sehr behindert. Erst die Gemeindereform, durch die sich 1972/1973 die Gemeinden Rindelbach, Röhlingen, Schrezheim und Pfahlheim der Stadt anschlossen, gaben der Stadt den für die weiteren Entwicklungen notwendigen Raum. Die Stadt hat in dem seitdem verflossenen Vierteljahrhundert nicht nur eine Altstadtsanierung mit dem Erhalt der alten Bausubstanz der Stadt und der dazugehörigen Verkehrsplanung durchgeführt, sondern auch ein Industriegebiet geschaffen und dadurch für die Ansiedlung weiterer Arbeitsplätze gesorgt. Die Einwohnerzahl liegt daher Ende 2003 bei ca. 25.172.Der Anschluss an die Autobahn A 7 war der Stadt bei dieser Entwicklung außerordentlich behilflich.

Mehr über den Standort Ellwangen: www.ellwangen.de


AMBERG - 2003 bis heute: Panzerbrigade 12

Amberg im Hoch- und Spätmittelalter (Alle Beiträge: Dr. Johannes Laschinger)

Das Stadtwappen von AmbergDie älteste schriftliche Erwähnung Ambergs stammt von 1034. Mit einer Urkunde vom 24. April dieses Jahres schenkte Kaiser Konrad II. dem Bamberger Bischof Eberhard I. Bann-, Markt-, Zoll- und Schiffahrtsrechte und alle Rechte, die der Kaiser und der bayerische Herzog in einem Ort, der "Ammenberg" genannt wird, hatten. Die Ortsbezeichnung "Ammenberg" läßt sich auf den "Berg eines Ammo" zurückführen. Die Geschichte Ambergs begann jedoch - und darauf deutet auch der Name hin - schon vor 1034. Die Entstehung einer ersten Siedlung an der Vils ist im 8./9. Jahrhundert anzunehmen, wenngleich schriftliche Belege fehlen.

Im 12. Jahrhundert war Amberg bereits ein wichtiger Ort handeltreibender Kaufleute. Dies belegen zwei Urkunden. Kaiser Friedrich I. gewährte 1163 den Amberger Kaufleuten die gleichen Freiheiten und Rechte, wie sie die Nürnberger im ganzen Reich besaßen. Der Amberger Handel wurde zum überwiegenden Teil zu Wasser, also vilsabwärts und von da über die Naab zur Donau abgewickelt. Wie weit der Amberger Handel dabei ging, zeigt ein Privileg, das die Amberger Kaufleute 1166 vom Passauer Bischof Rudbert erhielten. Ein gutes Jahrhundert später, 1285, wirft der Regensburger Zolltarif ein gutes Licht auf den Amberger Fernhandel und die dabei umgeschlagenen Waren. Von Amberg kamen vor allem Eisenerz und -produkte, nach Amberg wurde vor allem Salz, aber auch Getreide gebracht. Dieser Handel wirkte sich auch auf die Entwicklung des Ortes aus. Der befestigte Markt, der sich in der Mitte des 12. Jahrhunderts im Traditionsbuch des Klosters Ensdorf nachweisen läßt, entwickelte sich zur Stadt des 13. Jahrhunderts.

Die Amberger StadtmauerSeinen wirtschaftlichen Aufstieg verdankte Amberg aber nicht nur dem Handel, sondern auch dem Eisenerzabbau sowie der Weiterverarbeitung des geförderten Roheisens in sogenannten Hammerwerken, in denen unter Einsatz von Wasserkraft das Erz ausgeschmiedet wurde. Viele Amberger, aber auch Sulzbacher Bürger sowie einige Nürnberger waren zu Besitzern solcher Hämmer geworden, die außerhalb der Städte unter der Leitung eines Hüttenmeisters arbeiteten. Die beiden Städte Amberg und Sulzbach sowie die Nürnberger Hammerherrn schlossen 1387 die sogenannte "Große Hammereinung" als eines der frühesten Kartelle der europäischen Wirtschaftsgeschichte.

Das neue SchlossAmberg kam 1269 als bambergisches Lehen an die Wittelsbacher. Herzog Rudolf I. bestätigte Amberg 1294 das Stadtrecht, das sein Vater, Herzog Ludwig II., der Stadt bald nach dem Herrschaftsübergang von 1269 verliehen haben dürfte. In dem Stadtrechtsprivileg Rudolfs I. wird ein Rat faßbar, der für die Stadt rechtsverbindlich handelte. Dieses Gremium tagte im Rathaus, das sich im 14. Jahrhundert erstmals schriftlich nachweisen läßt. Zum größten Förderer Ambergs wurde der Bruder Rudolfs I., Herzog Ludwig IV., seit 1314 König und seit 1328 Kaiser Ludwig der Bayer. Er privilegierte die Stadt aber nicht nur als Landesherr, sondern auch als König und Kaiser. In Amberg erinnert bis zum heutigen Tag das von ihm 1317 außerhalb der damaligen Mauern gestiftete Spital, das zusammen mit der Georgsvorstadt den Anstoß zur Stadterweiterung (seit 1326) gab, an diesen Herrscher. Trotz der vielfältigen Beziehungen Ludwigs zu Amberg kam dieses im Hausvertrag von Pavia 1329 an die Söhne seines Bruders, Rudolfs I., und damit an die pfälzische Linie des Hauses Wittelsbach. Amberg wurde zum Zentrum der pfälzischen Besitzungen in der - aus Heidelberger Sicht - "heroberen Pfalz in Bayern" (davon leitet sich die Bezeichnung "Oberpfalz" ab).

Im großen und ganzen waren die Beziehungen zwischen der Stadt Amberg und ihrem pfälzischen Landesherrn recht einvernehmlich. Zu Spannungen kam es 1453/54, als die Stadt die Herrschaft Kurfürst Friedrichs I. nicht anerkennen wollte ("Amberger Aufruhr") und im Zeitalter der Reformation, als sie sich 1592 mit Waffengewalt gegen die Calvinisierungsbestrebungen des Heidelberger Hofes wandte ("Amberger Lärmen").

Am Ausgang des Mittelalters wurde Amberg Schauplatz eines großen höfischen Festes, das der Nachwelt nicht nur aufgrund des "erlauchten" Teilnehmerkreises, sondern auch wegen der ungeheuren Mengen von Speisen und Getränken, die man nach Amberg gebracht hatte, in Erinnerung blieb: Die Vermählung des Kurprinzen Philipp mit Margarete, der Tochter Herzog Ludwigs IX. des Reichen von Bayern-Landshut, im Februar des Jahres 1474.

Zwischen Reformation und Rekatholisierung

Die Hinwendung der Stadt Amberg zum evangelischen Bekenntnis vollzog der Rat im Einvernehmen mit den Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon in Wittenberg. Dieser Kontakt war durch den Amberger Sebastian Fröschel, der aufgrund seiner Studien in engem Kontakt zu Luther stand, hergestellt worden. Durch die Vermittlung Luthers kam 1538 mit dem in Salzburg geborenen Andreas Hügel der erste evangelische Prädikant nach Amberg. Mit der Durchführung dieser "Rats-Reformation" begann in Amberg einerseits eine Zeit regen geistigen und kulturellen Lebens, andererseits brachten die Konfessionswechsel der Folgezeit starke religiöse und politische Spannungen mit sich.

Die Kirche "Maria Hilf"Diese entluden sich vor allem in der Auseinandersetzung zwischen der Stadt und ihrem Landesherrn, dem pfälzischen Kurfürsten. Dem Landesherrn stand seit dem Augsburger Religionsfrieden (1555) das Recht zu, die Religion seiner Untertanen zu bestimmen. Für Amberg wurde die Situation unter Kurfürst Friedrich III. (1559-1576) schwierig, da der Kurfürst ein überzeugter Anhänger der Lehre Calvins war. Die Lage spitzte sich auch deshalb zu, weil dessen Sohn und Statthalter in der Oberpfalz, Ludwig, ein überzeugter Anhänger der Lehre Martin Luthers war. Noch höher schlugen aber die Wellen der Erregung 1592/93. Beim sogenannten "Amberger Lärmen" versammelten sich 1400 bewaffnete Amberger Bürger auf dem Marktplatz und nahmen eine drohende Haltung gegen die Regierung ein, die erneut einen starken calvinischen Kurs eingeschlagen hatte. Die Situation entschärfte sich erst unter der Statthalterschaft Christians von Anhalt (1595-1621), der zwar ebenfalls Calviner war, der es aber gleichzeitig verstand, dem Calvinismus mit einem politisch gemäßigten Kurs zum Durchbruch zu verhelfen.

Nach der Niederlage Kurfürst Friedrichs V., des böhmischen "Winterkönigs", gegen seinen bayerischen Vetter, Herzog Maximilian I., in der Schlacht am Weißen Berg unweit Prags wurde über ihn die Reichsacht verhängt. Die Oberpfalz kam als Kriegsentschädigung 1621 pfandweise an Maximilian I., an den sie 1623 bzw. 1628 völlig überging. Aus der kurpfälzischen Regierung Amberg wurde eine kurbayerische Regierung, nachdem die pfälzische Kurwürde 1628 ebenfalls an Bayern übergegangen war. Die Stadt Amberg wurde - wie vor 1329 - ebenfalls wieder bayerisch. Kurfürst Maximilian I. ging unverzüglich daran, die Rekatholisierung der Oberpfalz einzuleiten. Die Bevölkerung Ambergs mußte sich für die Rückkehr zum "alten Glauben" oder die Auswanderung entscheiden. Dabei verließen gerade alte und vermögende Geschlechter Amberg, um sich in den evangelischen Reichsstädten Regensburg und Nürnberg niederzulassen. Ein wesentliches Element der katholischen Reform lag bei den sogenannten "neuen" Orden. So kamen in Begleitung der bayerischen Truppen 1621 die ersten Jesuiten nach Amberg, wo ihnen 1624 der Pfarrhof der St. Georgskirche zugewiesen wurde. 1629 wurde St. Georg endgültig Kollegkirche, der Bau des Kollegs blieb in den Wirren des 30jährigen Krieges stecken, und erfolgte erst 1665 bis 1669. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurde die Georgskirche und das bisherige Kolleg dem ein Jahr zuvor gegründeten bayerischen Malteser-Ritterorden übergeben.

Von der Industrialisierung bis in die neueste Zeit

Das historische RathausDie wirtschaftliche Basis Ambergs im Zeitalter der Industrialisierung legte neben der Gewehrfabrik, die bereits 1801 in die Stadt verlegt worden war, vor allem die Fa. Baumann, die 1869 mit der Produktion von Emaillewaren in Amberg begann. In der Zeit ihrer größten Expansion, in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts, beschäftigte sie 2600 Arbeiter. Im 19. Jahrhundert kam aber auch der Erzabbau wieder in Gang. Um die Erze weiterverarbeiten zu können, wurde 1883 ein Hochofen angeblasen. Ein zweiter wurde am 12. März 1911, dem 90. Geburtstag von Prinzregent Luitpold, in Betrieb genommen; das Werk erhielt den Namen "Luitpoldhütte".

Von den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs blieb der historische Stadtkern Ambergs verschont. Große Probleme stellten sich der Stadt nach dem Zusammenbruch 1945, als sich die Einwohnerzahl infolge der Ankunft der Flüchtlinge von 32.000 auf 44.000 erhöhte. Erst ein engagiert durchgeführtes Demonstrativbauprogramm zu Beginn der sechziger Jahre konnte der Wohnungsnot Abhilfe schaffen. In den siebziger Jahren nahm die Stadt die Altstadtsanierung in Angriff, so daß sie sich heute wieder in altem Glanz zeigt.

Der Freistaat Bayern beschloß 1994 die Errichtung einer Fachhochschule in Amberg. 1996 wurde hier eine Landesgartenschau ausgerichtet. Das Amberg der neunziger Jahre ist gekennzeichnet durch ein Bewahren seiner unverwechselbaren Geschichte, die auch im Stadtbild regen Niederschlag gefunden hat, bei gleichzeitiger Öffnung für die Anforderungen und Bestrebungen der Moderne.

Mehr über den Standort Amberg: www.amberg.de


Damit sind alle Garnisonsstädte vorgestellt. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, die Eine oder Andere Stadt (wieder) zu besuchen und können Ihre Erinnerungen auffrischen und sagen: Schön war´s in ...

© 2000-2007 by R. Weiß - Untergasse 29 - 74731 Walldürn / Anregungen und Kritik an post@weiss-rainer.de
Logo:%nbsp;HTML 4.01 geprüft! Logo: Stimm_gegen_Spam!